Aus nicht ganz so erfreulichen familiären Gründen verschlug es mich in dieses wunderschöne Fleckchen Deutschlands.
Von Berlin mit einem kurzem Umweg waren es ca. 700 Kilometer bei strömenden Regen und daraus resultierenden ordentlichen Staus.
Der erste Tag wurde wandernderweise verbracht, um das Terrain zu sondieren und um die längere Sitzzeit wieder abzulaufen.
Dabei erkundete ich gleich zwei Gewässer, oder vielmehr Teile davon.
Den oberen Teil des Rursees und den gleich angrenzenden Obersee.
Dabei kamen insgesamt rund 11 Kilometer auf die Uhr, was für einen Angler schon was heißen will.

Die typischen steilen Hänge eines Stausees, die sich abwechselten mit flacheren Bereichen, wo die hier ansässigen Angler und andere Wassersportler ihre Stege so anbringen, daß sie auf wechselnde Pegelstände gut reagieren können.

Das Wetter war an den ersten Tagen eher recht bescheiden. Teilweise sehr stürmisch und auch mal unter dem zweistelligen Grad-Bereich.
Hier mal ein Bild vom See an einem anderen Tag mit etwas Sonne.

Die besten Ufer-Angelstellen sind somit schon gefunden!
Auf der anderen Seite ist das Befischen des Ufers so gut wie nicht möglich. Bei einem längeren Aufenthalt sollte man sich doch ein Boot mieten.
Auf dem Grund des Sees befinden sich noch weitere Gebäude des Dorfes Rurberg. Unter anderen auch eine Kirche, was noch etwas später zu einem kleinen "Gag" führen wird.
Eine ebenso interessante Stelle wurde auch sogleich geortet.
Sauerstoffreiches Wasser mit schönen Strömungskanten, was will man mehr!

Der sogenannte Hot-Spot des oberen Teiles.
Da wir gut zu Fuß waren...

...wurde gleich noch der Obersee erkundet.
Der sah recht naturnah aus und hatte wenig, aber gute Uferangelstellen.

Schön zu erkennen, wie das Wetter uns übel mitgespielt hat.

Alles in allem wieder riesen Wasserflächen, denen man bei so begrenzter Zeit nicht beikommt.
Erfolgreiches Fischen wird sich nur mit einheimischer Beratung oder mit viel viel Glück einstellen.
Uns erwartete die nächste Staumauer mit dem nächsten angrenzenden Gewässer. Der Urftsee.
Irgendwie kamen mir diese Ansichten bekannt vor. Ich wußte auch sofort von wo...Bilder eines Freundes der in Norwegen war, sahen fast genauso aus.



Einfach wirken lassen und im Hintergrund Calcha Candelas.."Hamma"!
Auf allen größeren Gewässern sah ich auch die schwarze Pest in beträchtlicher Anzahl. Nach meinem Ermessen sollte sich die Landesregierung mit ihren "Rangern" etwas einfallen lassen.
Nächster Anlaufpunkt war wieder Wasser. Etwas besseres Wetter ließ uns eine Karte etwas genauer studieren, um ein Hochplateau zu suchen auf denen andere Waldbewohner ihr Zuhause haben könnten.
In der Eifel sind alle Fließgewässer nur mit der Fliegengerte zu befischen.
Die hatte ich schmerzlicherweise zuhause gelassen und wurde damit bestraft...

Der Perlbach...(führte tatsächlich irgendwann Muscheln mit Perlen)
Der Schmerz wurde auch noch verstärkt, in dem wir über diese Brücke mußten.

Ja..ja...immer auf´s Böse.
Der dazugehörige Stausee zum Bach wurde auch sogleich per Pedes und nicht mit dem Mercedes umrundet.

Die Perlbachtalsperre...
Die Hänge waren doch recht steil, was die Jagd auf die Hutträger nicht gerade angenehm machte.
Aber das Fieber war da, welches uns Männern so eigen ist. Das Jagdfieber!
Sie hatten sich gut versteckt, unter den Auswirkungen von Kyrill.
Der Sturm hatte in den Wäldern gut gewütet, aber trotzdem mußten einige Waldbewohner ihre gute Hanglage aufgeben.

Kleine Suppenpilze, deren Namen ich nicht schreiben kann, Maronen, Stein- und Birkenpilze!
Der nächste Tag war sehr verregnet und ein Besuch bei den europäischen Nachbarn wurde ins belgische Hochmoor verlegt, welches für Familienbesuche super geeignet ist. 2,5 Kilometer Rundkurs auf Holzstegen.
Das Hohe Venn...

Regen waagerecht und 6 Grad machten sogar meine Frisur kaputt.
Da schmeckte das belgische Bier in einer Restauration wesentlich besser!
Über Umwegen gelangten wir in eine Stadt, die für Fliegenfischer wie dafür gebaut schien.
Monschau...

Viele kleine Geschäfte mit "Rumstehchen und Staubeinchen" laden zum Loswerden von Frauen ein.
Wir Angler könnten uns dann den eigentlichen Sachen widmen...

.. und dieses dann auch noch direkt aus dem Kneipenklofenster!
Das Thema der "fishing-maniacs" begleitet mich immer wieder.

Am letzten Tag sollte mich ein Mitglied eines anderen Forums aus Köln besuchen.
Die Tageskarten gab es in einem Angelgeschäft in Kesternich (Rurbergstrasse).
Die Auswahl der Köder ließ stark zu wünschen übrig, dafür machte der Besitzer aber eine gute Figur. Er war recht nett und auskunftsfreudig.
Endlich ging es mit Carbonstöcken am Ufer entlang...allerdings mit sehr runtergeschraubten Erwartungen.

Aufgrund des netten Besuches, kamen auch endlich ein paar Bilder des Autors zusammen.
Natürlich an "meiner" Stelle.

Im Hintergrund drillt gerade ein Einheimischer einen dicken Steinfisch.
Rund 10 Minuten dachten wir noch an DEN Rurseewaller aufgrund der Biegekurve des Blank. Aber anstatt fischigen Geruch an den Fingern, dürfte es bei ihm eher nach Schiefer gerochen haben.
Der Gerätehändler empfahl eher die gegenüber liegende Seite des Auslaufes. Dort sei ein Prallhang mit einem Haus..."das Haus der Zander" vielleicht?!
Na klar waren wir auch am Prallhang...dann mit ständigen Köderverlusten. Vielleicht hingen wir in der Küche des Hauses fest und rissen uns die Schnüre am herumliegenden Küchengerätschaften ab?!
Hier gerade passiert!
Wir kämpften wirklich gut und hatten ordentlich Kilometer auf dem Schrittzähler. Aber so ein riesen Gewässer gleich am ersten Tag erfolgreich zu befischen gelingt wohl nur ganz glücklichen Gesellen.
Außerdem war ja auch Wochenende und die Zander und Barsche mußten über die Mittagzeit zur Predigt in die Kirche (die am Gewässergrund).
Danach war Bußzeit und die Raubfische mussten alle noch Abbitte leisten. Wir konnten ja nix fangen... :grins
Ein Besuch meiner Familie am Angelplatz mußte dann natürlich auch noch sein.
Das hatte aber auch sein Gutes, wir dürften wieder zwei Kinder von der Notwendigkeit des Angelns überzeugt haben...


Eilends hergestellte Gufiruten besiegelte das Schicksal der Beiden.
Ich hörte meinen Namen noch etwa an die 80-mal um noch weitere Erläuterungen bis zum Abend abzugeben.
Hatte der Besuch in Rurberg also doch einen guten Zweck...
In diesem Sinne...

Willi