• Winter-Wetter-Angeln

    So richtiges Winter-Angel-Wetter...

    ...war heute und es gelüstete uns des Besuches zum anheimelnden Heimatsee in der Märkischen Landschaft.
    Vor dem Erfolg setzt das Leben immer die harte Arbeit und so sieht das dann aus.

    Bohren...bohren...bohren...
    Das Eis hat noch gute 25cm und hält sogar mich!
    Ich werde heute den Fotografen spielen und so einige Bilder kommen wieder in meine "Hall of Fame"

    Vom Boot aus finde ich meine Stellen fast blind. Auf dem Eis sieht das wieder ganz anders aus.
    Also heißt es wieder bohren..bohren..bohren.
    Meine Kopf dampft und der erste Tee muß getrunken werden, wärmender Pfefferminztee mit Honig.

    Wir richten uns etwas häuslich ein und ich lege eine Rute stationär aus.

    Sie ist bestückt mit einer kleinen Hegene aus Mormyschkas. Diese garniere ich jeweils noch mit einer Made.
    Jedes Eisloch bekam auch vorher eine klitzekleine Anfütterung mit Maden und etwas Eierschalen.
    Beim Einstellen der richtigen Tiefe, bekomme ich meinen ersten Fisch dieses Jahres.
    Ein kleines Bärschlein erbarmt sich meiner Seele und erwärmt mein Herz.

    An meinen anderen Eislöchern versuche ich einen kleinen Balancejig. Auch diesen garniere ich mit "Frischfleisch".
    Infolge dessen.....:

    Nr.2

    Nr.3

    Normalerweise wird soetwas nicht fotografiert. Aber in Anbetracht der Umstände muß der freudige Umstand doch "hoch gehalten" werden.

    Kollega bohrt weiter und weiter und wird doch glatt fündig...

    Ein Hechtlein erbarmt sich seiner und er wird ebenfalls entschneidert.

    Das Wetter ist einfach zu herrlich um unseren Mißerfolg zuzugegben oder gar aufzugeben.
    Wir bohren und suchen was das Zeug hergibt. Das gibt morgen bestimmt nen lockeren Muskelkater.

    Immer gib ihn...lang da!
    Aber so richtig wollen die Jungs heute nicht. Wir geben alles von Kleinstpilker über Dropshot bis hin zum Verticalgummi und Balance-Jig.
    No more bets please..."Nichts geht mehr"

    Zum Abschluß bleiben mir nur die schönen Erinnerungen an einen fantastischen Tag.

    Ich hoffe es findet sich noch die Möglichkeit einer Wiederholung.
    Willi

  • November Rain

    November Rain....

    War da nicht noch diese breite Stelle, wo ich im Sommer inmitten von Teichrosen den dicken Hecht hatte?
    Freizeit heißt Fishing-Time....ENDLICH!

    Der Nebel zieht über die feuchten Wiesen. Es war gut, die neuen Schühchens mit Gore-Tex anzuziehen. Keine nassen und schon gar keine feuchten Füße!

    Den Hechten zeige ich mal, wie ein leckerer Köder aussieht und wie man den ""korrektamente"" zwischen die Zähne nimmt.

    So und nich anders...

    Aber trotz Dauerbombardements mit dem Größten von Salmo, zeigt sich kein Räuber interessiert.
    Umsteigen auf Gummi "XL"...
    Ein dicker Twister am Drachko...

    Auch dieser Köder verweigert den Gehorsam. Ich entschließe mich auf dem Rückweg nicht den Verlust des Riesentwisters in Kauf zu nehmen.
    Die feuchte Wiese lasse ich links liegen und bewege mich schneller durch den angrenzenden Wald.

    Dort entdecke ich einige Relikte des Kampfes um das Berliner Vorland im zweiten Weltkrieg.

    Muckerspaten

    Schrapnell

    Ehemalige Bahntrasse?

    Wieder am Auto angekommen, gibt es erstmal Atzung. Eine Stärkung ist nach dem kilometerlangen Marsch wirklich nicht schlecht.

    Schauen wir doch mal an der Schleuse, ob die Barsche nicht doch wollen. Das erste DS-Rig reißt mir gleich nach dem dritten Wurf ab.
    Neumontieren und nen Sluggi am Wicky-Wacky Rig montiert.
    Immer schön hoppel hoppel an der Strömungskante...ZACK der erste Angriff.
    Ich sehe nur einen länglichen helleren Körper am Köder vorbeischießen.
    ..."Mist" denke ich, "wieder so eine kleine Hechtpfeife"...
    Etwas weiter entfernt sitzt dann endlich der Köder in einem Fischmaul fest.
    Ich denke wirklich erst an einen kleinen Hecht.

    Doch siehe da....

    Schnell den Star des Tages fotofieren und wieder ins nasse Element entlassen.
    Mein Herz hüpft vor lauter Freude, ist doch diese Fischart durchaus als sehr selten im Berliner Raum anzusehen. Und dann noch den Fang auf einer dieser Montage!

    Irgendwie kann ich es doch nicht glauben, daß auf meine größeren Köder nichts gebissen hat. Nochmal zurück zum Auto und die 150gr. Rute geholt.
    Es wird zusehends dunkler, und ich versuche nochmal den schwarzen Slider von Salmo.
    Das will auch nichts werden....also den neuen Spinner Bait von Jenzi montiert.

    Es dauert auch nicht lange und schon knallt der nächste Patient auf den Köder.
    Das Geschoß ist noch einen Zacken schärfer und ich denke wieder..."Hecht".

    Doch seht selbst..:

    Die ist um einiges besser als die Erste. Ein Milchner mit Laichhakenansatz.
    Den will ich so schonend wie möglich befreien....

    Die Folge davon...

    Beißt der Hund mich...aber wer will es ihm verübeln.

    Meine nächste Amtshandlung wird sein, daß ich den DAV verständige, daß dort ihre geliebten Bachforellen ablaichen.
    Vielleicht sollte man dort eine Schonstrecke planen?
    Ich denke die Forellen würden sich freuen, wenn sie in Ruhe für Nachwuchs sorgen dürfen.
    Die Ruhe ließ ich dann auch und bin immer noch verwundert, was einem so alles passieren kann.

    bis denne
    Willi

  • Rursee/Rurberg

    Aus nicht ganz so erfreulichen familiären Gründen verschlug es mich in dieses wunderschöne Fleckchen Deutschlands.
    Von Berlin mit einem kurzem Umweg waren es ca. 700 Kilometer bei strömenden Regen und daraus resultierenden ordentlichen Staus.

    Der erste Tag wurde wandernderweise verbracht, um das Terrain zu sondieren und um die längere Sitzzeit wieder abzulaufen.
    Dabei erkundete ich gleich zwei Gewässer, oder vielmehr Teile davon.
    Den oberen Teil des Rursees und den gleich angrenzenden Obersee.
    Dabei kamen insgesamt rund 11 Kilometer auf die Uhr, was für einen Angler schon was heißen will.

    Die typischen steilen Hänge eines Stausees, die sich abwechselten mit flacheren Bereichen, wo die hier ansässigen Angler und andere Wassersportler ihre Stege so anbringen, daß sie auf wechselnde Pegelstände gut reagieren können.

    Das Wetter war an den ersten Tagen eher recht bescheiden. Teilweise sehr stürmisch und auch mal unter dem zweistelligen Grad-Bereich.

    Hier mal ein Bild vom See an einem anderen Tag mit etwas Sonne.

    Die besten Ufer-Angelstellen sind somit schon gefunden!
    Auf der anderen Seite ist das Befischen des Ufers so gut wie nicht möglich. Bei einem längeren Aufenthalt sollte man sich doch ein Boot mieten.
    Auf dem Grund des Sees befinden sich noch weitere Gebäude des Dorfes Rurberg. Unter anderen auch eine Kirche, was noch etwas später zu einem kleinen "Gag" führen wird.

    Eine ebenso interessante Stelle wurde auch sogleich geortet.
    Sauerstoffreiches Wasser mit schönen Strömungskanten, was will man mehr!

    Der sogenannte Hot-Spot des oberen Teiles.
    Da wir gut zu Fuß waren...

    ...wurde gleich noch der Obersee erkundet.
    Der sah recht naturnah aus und hatte wenig, aber gute Uferangelstellen.

    Schön zu erkennen, wie das Wetter uns übel mitgespielt hat.

    Alles in allem wieder riesen Wasserflächen, denen man bei so begrenzter Zeit nicht beikommt.
    Erfolgreiches Fischen wird sich nur mit einheimischer Beratung oder mit viel viel Glück einstellen.

    Uns erwartete die nächste Staumauer mit dem nächsten angrenzenden Gewässer. Der Urftsee.
    Irgendwie kamen mir diese Ansichten bekannt vor. Ich wußte auch sofort von wo...Bilder eines Freundes der in Norwegen war, sahen fast genauso aus.

    Einfach wirken lassen und im Hintergrund Calcha Candelas.."Hamma"!

    Auf allen größeren Gewässern sah ich auch die schwarze Pest in beträchtlicher Anzahl. Nach meinem Ermessen sollte sich die Landesregierung mit ihren "Rangern" etwas einfallen lassen.

    Nächster Anlaufpunkt war wieder Wasser. Etwas besseres Wetter ließ uns eine Karte etwas genauer studieren, um ein Hochplateau zu suchen auf denen andere Waldbewohner ihr Zuhause haben könnten.

    In der Eifel sind alle Fließgewässer nur mit der Fliegengerte zu befischen.
    Die hatte ich schmerzlicherweise zuhause gelassen und wurde damit bestraft...

    Der Perlbach...(führte tatsächlich irgendwann Muscheln mit Perlen)
    Der Schmerz wurde auch noch verstärkt, in dem wir über diese Brücke mußten.

    Ja..ja...immer auf´s Böse.
    Der dazugehörige Stausee zum Bach wurde auch sogleich per Pedes und nicht mit dem Mercedes umrundet.

    Die Perlbachtalsperre...
    Die Hänge waren doch recht steil, was die Jagd auf die Hutträger nicht gerade angenehm machte.
    Aber das Fieber war da, welches uns Männern so eigen ist. Das Jagdfieber!
    Sie hatten sich gut versteckt, unter den Auswirkungen von Kyrill.
    Der Sturm hatte in den Wäldern gut gewütet, aber trotzdem mußten einige Waldbewohner ihre gute Hanglage aufgeben.

    Kleine Suppenpilze, deren Namen ich nicht schreiben kann, Maronen, Stein- und Birkenpilze!

    Der nächste Tag war sehr verregnet und ein Besuch bei den europäischen Nachbarn wurde ins belgische Hochmoor verlegt, welches für Familienbesuche super geeignet ist. 2,5 Kilometer Rundkurs auf Holzstegen.
    Das Hohe Venn...

    Regen waagerecht und 6 Grad machten sogar meine Frisur kaputt.
    Da schmeckte das belgische Bier in einer Restauration wesentlich besser!

    Über Umwegen gelangten wir in eine Stadt, die für Fliegenfischer wie dafür gebaut schien.
    Monschau...

    Viele kleine Geschäfte mit "Rumstehchen und Staubeinchen" laden zum Loswerden von Frauen ein.
    Wir Angler könnten uns dann den eigentlichen Sachen widmen...

    .. und dieses dann auch noch direkt aus dem Kneipenklofenster!
    Das Thema der "fishing-maniacs" begleitet mich immer wieder.

    Am letzten Tag sollte mich ein Mitglied eines anderen Forums aus Köln besuchen.
    Die Tageskarten gab es in einem Angelgeschäft in Kesternich (Rurbergstrasse).
    Die Auswahl der Köder ließ stark zu wünschen übrig, dafür machte der Besitzer aber eine gute Figur. Er war recht nett und auskunftsfreudig.

    Endlich ging es mit Carbonstöcken am Ufer entlang...allerdings mit sehr runtergeschraubten Erwartungen.

    Aufgrund des netten Besuches, kamen auch endlich ein paar Bilder des Autors zusammen.
    Natürlich an "meiner" Stelle.

    Im Hintergrund drillt gerade ein Einheimischer einen dicken Steinfisch.
    Rund 10 Minuten dachten wir noch an DEN Rurseewaller aufgrund der Biegekurve des Blank. Aber anstatt fischigen Geruch an den Fingern, dürfte es bei ihm eher nach Schiefer gerochen haben.

    Der Gerätehändler empfahl eher die gegenüber liegende Seite des Auslaufes. Dort sei ein Prallhang mit einem Haus..."das Haus der Zander" vielleicht?!

    Na klar waren wir auch am Prallhang...dann mit ständigen Köderverlusten. Vielleicht hingen wir in der Küche des Hauses fest und rissen uns die Schnüre am herumliegenden Küchengerätschaften ab?!

    Hier gerade passiert!
    Wir kämpften wirklich gut und hatten ordentlich Kilometer auf dem Schrittzähler. Aber so ein riesen Gewässer gleich am ersten Tag erfolgreich zu befischen gelingt wohl nur ganz glücklichen Gesellen.
    Außerdem war ja auch Wochenende und die Zander und Barsche mußten über die Mittagzeit zur Predigt in die Kirche (die am Gewässergrund).
    Danach war Bußzeit und die Raubfische mussten alle noch Abbitte leisten. Wir konnten ja nix fangen... :grins

    Ein Besuch meiner Familie am Angelplatz mußte dann natürlich auch noch sein.
    Das hatte aber auch sein Gutes, wir dürften wieder zwei Kinder von der Notwendigkeit des Angelns überzeugt haben...

    Eilends hergestellte Gufiruten besiegelte das Schicksal der Beiden.
    Ich hörte meinen Namen noch etwa an die 80-mal um noch weitere Erläuterungen bis zum Abend abzugeben.
    Hatte der Besuch in Rurberg also doch einen guten Zweck...
    In diesem Sinne...

    Willi

  • Hechte, Verluste und andere Begebenheiten....

    Am Sonntag gehe ich fischen, das stand fest wie die deutsche Eiche. Hätte ich vorher gewußt, welchem chinesischen Monsumregen ich mich ausgesetzt habe, wäre meine felsenfeste Meinung eher Couchsitzend geworden.
    Wie sagt der Brite.."rain Cats and Dogs"...und ich mittendrin mit meinem kleinen Bauchboot.
    Es geht auf den See meiner Kindheit, den kenne ich wie meine Westentasche. Echolot brauche ich nicht und werde mal den ein oder anderen Wobbler einweihen (entweihen).
    Ich starte mit soviel Wind im Rücken, das die kalte Nässe ruckzuck bis aufs T-Shirt zu fühlen ist.
    Meine Flossen müssen auf Hochtouren laufen, um überhaupt etwas Tiefe unter meinem Boot zu bekommen.
    Es klappt wie gewünscht, ich lasse mich schräg durch den starken Wind an der Schilfkante entlang treiben.
    Mittendrin ist ein kleiner Badestrand, der momentan nicht genutzt wird. Ist auch kein Wunder bei solchen Wetter, obwohl das warme Wasser in Verbindung mit dem kalten Regen ordentlich Dampf abgibt.
    Da bringt auch schon der Rapalawobbler den ersten lütten aber größenwahnsinnigen Barsch.
    "Na da werden wohl noch mehr sein"...denke ich.
    10 Sekunden später drille ich wieder, diesmal aber mit lang gezogenen Fluchten. Also kein Barsch, ein knapp maßiger Hechtjüngling war so frei, sich den Rapala schmecken zu lassen.
    Nr. 1!
    Aha...sie stehen also im Kraut. Das ist in diesem See mit seinem glasklaaren Wasser gut zu sehen.
    Ich visiere die andere Seite des Badestrandes an und wenige Augenblicke später drille ich den nächsten Hecht.
    Jetzt wird der Wind so stark, daß ich es fast gar nicht mehr schaffe von der Schilfkante weg zukommen.
    Ich lande am Strand und weiß, daß einige Minuten Fußweg mein Kleinod auf mich wartet, welches weitaus geschützter im Wald liegt als der große See.

    Gesägt tun gesagt (Zitat Onkel Hotte)...

    Nun geht es los das muntere Beißen. Der Temperatursturz hier bei uns, hat den Hechten ordentlich Dampf unterm Hintern gemacht.
    Die Jungs beißen auf alles was "Beine" hat.
    Mittlerweile ist schon der zweite Gummifisch bis zur Unkenntnis zerlegt und ich bin bei Hecht Nummer "6" angelangt. Alles keine sehr Großen aber die Gewißheit, daß die Tortur sich doch gelohnt hat ist schon schön.
    Immer wieder umrunde ich bei feinem Nieselregen paddelnd den Teich und drille meinen ersten richtig dicken Barsch...
    Wieder einer der schön gefärbten Bewohner dieses Grals mit locker ü40.
    Die Kamera blieb leider bei solch einem Wetter im Auto liegen.
    Vielleicht beißen die jungen Wilden auch auf meinen alten "Daiwa" Balsawobbler, den ich in einem Angelladen in einer völlig verkramten Ecke gefunden hatte?
    Dieser wird jetzt ziemlich präzise unter einer direkt am Ufer stehenden Pappel plaziert. Schon bei der zweiten oder dritten Kurbelumdrehung der Rolle habe ich die Hechtoma des Teiches auf meinem Wobbler.
    Jetzt passiert eine der kuriosesten Begebenheiten, die mir seit langem am Wasser passiert ist.
    Seht selbst....

    Etwas unscharf aber gut zu erkennen, was von dem "alten" Wobbler übrig geblieben ist.
    Ich habe bestimmt ganz schön verdattert geschaut, als der Drill nach gefühlten 30 Sekunden abrupt endete.
    Da war wohl der Eine zu ungeduldig oder der Andere zu stark?
    Jedenfalls ein absolutes Novum. Ich weiß aber jetzt wo sie sich rumtreibt und es wird ein nächstes Mal geben...soweit sie den halben Wobbler losgworden ist?!
    Ich kann für den schönen Fisch nur hoffen.
    Die nächste Dummheit folgt, mein mitgeführter und zur Landung des nächsten Hechtfanges benutzter Lip-Grip liegt nun auf den Grund des Gewässers.
    Mahlzeit...
    Das Beißen geht aber munter weiter!
    Mittlerweile bin ich bei Hecht Nummer "9" angelangt. Einige Barsche waren auch dabei, es ist wie ich immer sage.."Raubfischwetter"!

    Bei einer Pause wird sich ein erneuter Versuch auf dem See vorgenommen. Es ist eine Regenpause eingetreten und die nutze ich um mein eigentliches Ziel wieder anzuvisieren.
    Etwas Fußmarsch, mit dem Belly auf dem Rücken und kaum sitze ich im Belly vor der Schilfkante, pieselt es wieder junge Hunde.
    Die Hechte lassen sich jedenfalls nicht vom Beißen abhalten.
    Mein Erfolgsillex vom letzten mal darf die Nummer "10 + 11" verhaften.
    Beides gut genährte "Mittsechziger" die ordentlich Dampf machen.
    Einer schießt sogar zwischen meine Flossen auf die Ablage des Belly Bootes.
    Großer Schreck und Herzklopfen bis zum Hals auf meiner Seite.
    Nun reicht es mir aber.
    8 Stunden fischen im Regen gehen auf keine Kuhhaut.
    Selbst jetzt noch beim Schreiben, sind meine Fingerkuppen ganz schrumpelig.
    Ich durfte noch ein Bild machen, von meinem verpackten Boot.

    Im alten Seesack das triefende Belly ohne Luft, in der Tasche Flossen, Wathose und Pumpe. (man beachte rechts im Hintergrund die Kelle zum Eisfischen...eminent wichtig im Sommer :D )
    Die Auftriebskörper sind leider immer total nass und müßen in einer Mülltüte Platz nehmen, damit nicht der ganze Kofferraum schwimmt.
    Da lasse ich mir aber noch etwas einfallen.
    Ein erfolgreicher und für mich schöner Angeltag geht zu Ende. Diesmal fast völlig unbebildert. Als ich mit Sack und Pack die Wohnung betrat um alles im Wintergarten "zum Trocknen" aufzuhängen, war meine Partnerin komisch ruhig.
    Als ich zu ihr hinsah sah ich ein Lächeln und einen Finger, der ein paar mal gegen die Stirn tippte...

    NA UND...

  • Mein Heiliger Gral

    Der heilige Gral ist das Ziel gewesen und leider scheint es diesem geheiligten Kleinod durch gewisse Anglerbegegnungen nicht mehr allzu gut zugehen.
    Schnell entstehende Angelplätze, da wo vorher nur dicke Schilfgürtel waren zeugen von Aktivitäten, die leider nicht ganz im Sinne des Erfinders sein können.
    Aber es gibt ja noch die Stellen, die nur ein Bellyboatfahrer erreicht und auch mit dem richtigen Equipment beackern kann.

    Mittendrin sonnen sich erst einmal dicke Karpfen und ich sinne schon über einen späteren Einsatz von Schwimmbrot nach.

    Mitten im Geäst präsentiere ich meinen Softjerk, der auch nicht allzu lange unbeachtet bleibt.
    Mit wütenden Kopfschütteln drille ich meinen ersten dicken Fisch vom Belly, der sich aber kurz vor der Landung verabschiedet.
    Ein etwas größerer Hecht lauerte mitten im Totholz auf seine dicke Beute.
    Ich verlege das Belly etwas nach hinten und wechsele auf mein heutiges Glückspferd.
    Den hatte ich mal an einem Gummifisch aus einem See gerettet und er sollte sich dafür heute bei mir ordentlich bedanken.

    In diesem Kleingewässer kommen die Bitterlinge recht reichlich vor und dieser Illex scheint irgendwie dieses Schema zu treffen.
    Beim Drillen verfolgen noch weitere Kameraden diesen Burschen und drehen erst kurz vor dem Boot wieder ab...Mist!

    Jetzt nehme ich mir vor mit verschiedenen Ködern den kleinen Teich zu umrunden. Dabei werfe ich immer wieder genau vor die Schilfkanten oder den mir schon bekannten Hotspots.

    Schon wieder hämmert es in meine kurze Prologic und diesmal scheint es etwas Größeres zu sein, der sich den Illex einverleiben wollte.

    Geht doch schon...!

    Ich fische den Wobbler eigentlich fast wie ein Jerk. Die kurzen Beschleunigungsphasen wechseln sich ständig mit Pausen und heftigen Rucken ab.
    Das scheint die Jungs mächtig zu nerven.
    Man sieht manchmal sogar von weiterer Entfernung, wie die Wobblerflanke verführerisch aufblitzt.

    Die erste Runde ist fertig, ich wechsele auf einen Kopyto mit Hammerjigkopf der etwas schwerer ist. Damit will ich ordentlichen Speed machen, denn im Sommer haben die Jungs schon mehr Gechwindigkeit drauf als im Winter.
    Und siehe da, es klappt wunderbar. Der Shad sinkt gar nicht richtig bis zum Grund und vollführt bei mir einen wilden Tanz. Dieses erleichtert mir die Bisserkennung an der immer gespannten monofilen Schnur.
    BINGO

    Auch dieser Fang wird von einem Trupp geleitet. Toll wie man im Belly Teil der Natur wird.
    Der Nächste Kopyto Fang wird quickreleased bevor die Knipse angeschaltet ist. Mist Spielerei... :D
    Eine Opfergabe im Totholz beendet den Einsatz des Kopytos.

    Illex Time...

    Wieder und wieder attackieren Fische den Köder und bleiben eben auch mal hängen.
    Ein bis zwei Attacken werden nicht verwandelt, aber darüber bin ich an diesem Tag überhaupt nicht traurig.
    Wunderschönes Wetter, wunderschöne Fische und icke mittendrin.
    Was will man mehr!

    Willi

  • Beim ersten mal tut es nicht weh...

    ..sagte mal einer...
    Deswegen war ich frohen Mutes und marschierte mit meinem neuen Belly sogleich an ein Gewässer, das eigentlich direkt neben meinem Garten liegt.
    Zum Ausprobieren sollte es reichen.
    Nun aber mal vom Anfang an...
    Meine ganzen Versuche, irgendwo ein günstiges Schlauchi abzugreifen scheiterten entweder an meinen zu hohen Anforderungen oder an meinem zu niedrigen Budget.
    Deswegen entschloß ich mich endlich, den Schritt zum Kleinstboot zu wagen, daß man mit der eigenen Muskelkraft bewegen muß.
    Bei meinem derzeitigen Körpergewicht und meiner jetzigen Passion des "Diätens" kommt mir dieser Umstand außerordentlich zu Hilfe.

    Hier steht der Delinquent noch im eigenen Hof und freut sich diebisch auf das was da kommen soll.
    Der große Vorteil der ganzen Sache ist hier gut zu erkennen.

    Ohne große Mühen läßt sich das kleine Wassergefährt von A nch B transportieren.
    Die Köder können in die dafür vorgesehenen Seitentaschen integriert werden. Eine Hand trägt die Rute, die nicht allzu lang sein braucht und die andere Hand trägt den nötigen Proviant.

    Der Slipvorgang beträgt wenige Sekunden und kann eigentlich von Jedermann gemeistert werden.

    Vor dem Ablegen sollte man seine Plätze für das jweilige Tackle so wählen, daß man schnell und ohne große Umstände das Wichtigste erreicht.
    Überprüfen sollte man auch, daß man nicht vor lauter Aufgeregtheit etwas am Ufer liegen läßt.
    Eine wasserdichte Box für Handy und Angelpapiere war auch on Board.

    Ich hätte mich auch für eine andere Bootsfarbe entscheiden können. Ich finde aber das "Rot" gar nicht so schlecht.
    Ist man doch in Gefahrensituationen besser sichtbar als in Tarnfarben.
    Der Boden des Bootes ist hellgrau, dürfte also weniger Scheuchwirkung haben wie die auffällige Oberfarbe.

    Einige Sachen werden sich noch einspielen, wie das Manövrieren, Ankern usw.
    Aber ein Meister ist noch nicht vom Himmel gefallen und üben macht ja bekanntlich erst den Meister.

    Hier ist die Sitzposition noch auf "bequem" gewählt. Macht sich aber beim Fischen nicht allzu gut. Wurde auch beim zweiten Anlauf am Nachmittag geändert und für praxistauglicher befunden.
    Beim Antrieb muß ich auch noch nachbessern. Dort werde ich mir irgendwann mal richtige Taucherflossen holen, die den Vortrieb doch verbessern werden.
    Mit den Jenzi Flossen kann man aber erstmal getrost großen Spaß haben, mit anschließenden leichten Muskelkater am nächsten Tag.
    Ist irgendwie wie Fahrradfahren rückwärts.

    Handybild mitten auf dem See.
    Eine wasserdichte Hülle für die Cam wird wohl erstmal günstiger sein, als die schon ins Visier gefasste wasserdichte Kamera.

    Nun tauchen bestimmt schon Fragen nach den Fängen des ersten males auf. Na klar fängt der gleich...
    Einen Hecht von ca. 60cm auf einen Miniköder beim Dropshotten nach dem 7. Wurf, der in mir ganz kurz die Hoffnung auf den Barsch meines Lebens weckte.
    Am Vormittag dann nicht einen Fisch auf alle erdenklichen Gummiköder.
    Der Nachmittag sollte dann noch zwei ganz ordentliche Barsche bringen, die aber mit dem Handy fotografiert nicht meinen Ansprüchen genügten
    :lol:
    Sie wollten schnell geführte Wobbler..gefangen haben nur die Modelle von "Ugly Duckly" in Miniformat Dekor Weißfisch.
    Zeigt also, daß sich die Raubfische in meinen Kleingewässern sich erstmal der Brut widmen.

    Gesichtet wurden von mir dort etliche Schwärme mit kapitalen Rotfedern.
    Denen werde ich beim nächsten mal mit der Fliegengerte und der Trockenfliege zu Laibe rücken.
    Denn das ist es was mich dazu bewegt hat, diesen Schritt zu wagen.

    Er fährt jetzt Bellyboat.

  • Soft-Jerks und andere Besonderheiten

    geschrieben am 25.04.2008

    Der Weg war das Ziel...The Frog des Grauens

    Dieser aus Gummi, sollte heute an einem Kanal, die hoffentlich schon mit der Liebe fertig seienden Hechte betören.

    Hardmono sollte für die Grashechte reichen. Zum Problem dieses speziellen Offset-Haken, komme ich später noch.

    An diesen Umfluter fische ich eigentlich nur auf Friedfische - mal mit der Fliege, mal mit dem Methodfeeder oder Futterkorb.

    Bei früheren Ansitzen, wurden natürlich auch Räuber gesichtet, die aber heute recht mäkelig waren. Temperatursturz und Regen waren auch nicht gerade förderlich!

    Insgesamt waren es heute 6 Attacken, davon wurde nur die Hälfte verwandelt.

    Der Größte (ca.70cm) sprang mir direkt aus dem Kescher und schüttelte auch noch meinen Kopyto-Frosch vom Haken.
    Der flog in einem hohen Bogen ins tiefere Wasser.

    Die Methode an sich, dürfte in stark bewachsenen Fließen und Teichen recht erfolgreich sein. Man kann den Köder sogar voll durchs Holz ziehen ohne den Köder einzubüßen!
    Man angelt also an Stellen, die kein anderer befischen kann.
    Da ich die teure amerikanische Bebleiung am Haken mal eben nicht zur Hand hatte, klemmte ich ein Schrotblei drauf. Geht auch und hält den Köder in seiner natürlichen Schwimmstellung. Wie auch auf dem Bild ganz oben zu sehen ist.
    Recht bald merkte ich, daß der zuerst verwendete Offsethaken, gar nicht zu dem Gummifrosch paßte.
    Seine nach unten! zeigende Hakenspitze faßte überhaupt nicht im Hechtmaul. Der dicke Körper des Frosches ließ ein erfolgreiches Fassen des Hakens nicht zu.
    Ein anderer Offsethaken und eine etwas andere Anköderung, schaffte da recht schnell Abhilfe und die Angriffe konnten besser verwandelt werden.

    Bei der erfolgten Attacke, sofort die Rute runter, etwas warten und wenn dann die Schnur schnell wegzieht...Anschlag!

    Leider waren es heute nur sogenannte Hammerstiele, aber ich werde am Ball bleiben.

    Macht jedenfalls tierische Laune und der Adrenalinschub ist mindestens gleichzusetzen wie beim Jerken.
    Wenn man seinen Frosch an der Oberfläche verträumt langzuckelt und auf einmal das Wasser spritzt und der schnelle Jäger zuschlägt.
    Freue mich auch jetzt schon auf die dicken Barsche, mit Hunger auf Froschschenkel.

    Vielleicht den Frosch ne Nummer kleiner wählen...
    Petri und viel Spaß denjenigen, die das auch mal probieren wollen.

    Willi

  • Jetzt schlägt es 13....!

    Kennt ihr das auch...?
    Manchmal denkt man nach einiger Zeit beim Fischen....wäre ich doch bloß zu Hause geblieben!

    Nach ca. 3 Stunden erfolgreichen Köderabreißen, künstliche Haartrachten auseinander tüdeln und Ärgern über Mitmenschen war es bei mir soweit.
    Ich wollte eigentlich nur noch weg!

    Aber der Reihe nach...
    Eigentlich war ich aufgrund des Nach-dem-Gewitter-Wetters recht zuversichtlich, daß die Fische heute in Beißlaune sind.
    Am "geheimen Gral" angekommen, wurde erst einmal etwas "Neues" ausprobiert!

    Naja... was heißt neu...es ist einfach der Schnurstopper, der den Abstand vom Carolina Blei zum Köder recht variabel sein läßt.
    Eigentlich eine hängerfreie Montage.
    Ich habe es trotzdem fertig gebracht, diese hier irgendwo unterwegs "wegzuhängen" >:-[

    Der Weg war das Ziel und wer rastet, der rostet. Warm war es auch und der danach montierte leichte und große Mepps-Spinner hängt nun auf der anderen Seite irgendwo im Schilf.
    Drehende starke Winde machten das Werfen nicht gerade einfach...besonders bei Unachtsamkeit und diesem windanfälligen Köder.

    Ein schnellen Flitzer ganz in Bleu war nicht schnell genug...

    Ich montiere im Schatten meine Rute neu und wandere weiter.
    Mensch..!
    Ein schönes Motiv erscheint vor meinen Augen. Ganz dicht läßt sich ein Fuchs auf einer gemähten Wiese, nicht beim Jagen von Mäusen stören.
    Schnell die Kamera...8| Wo ist die denn? 8|8|
    Muß ich glatt liegen gelassen haben...
    Im Laufschritt gehts den Weg wieder zurück, zum Glück ist das eine gottverlassene Gegend.

    Auf der gesamten Länge des Kanals bekomme ich nicht einen Biss, außer das auf meiner Multi, die feinste Perrücke zurück bleibt.
    Wind, leichterer Wobbler und mein verschlafener Daumen sind Schuld daran.

    Wieder zurück zum "Heiligen Gral". Dort stehe ich gerade eine Minute, schon kommt ein "selbsternannter" Wächter für Recht und Ordnung und will mir "ein vom Pferd" erzählen.
    Nun hatte er richtig Pech, daß ich in der ganzen vorherigen Zeit selber viel Pech hatte.
    Es wurde im Wald etwas lauter :>
    Unmißverständlich wurde dem "Aufpasser" klar gemacht, was ich laut Gesetz darf und was nicht!
    Übrigens...er stand bei dem sehr einseitigen ""Gespräch"" direkt auf der Aufstieghilfe für Fische ;)
    Nach drei bis vier Takten reinigendes Gewitter, erinnerte ich mich an Manni dem (www)Zanderflüsterer.de und seinem letzten Beitrag in der "Esox".
    Vertraue deinen Fähigkeiten und vertraue deinem Köder...
    Raubende Rapfen ließen meine Herz langsam wieder zur Ruhe kommen und ein Wobbler mußte ja auch noch ausprobiert werden.

    Sind die raubenden Fische etwa gar keine Rapfen, sondern größenwahnsinnige Jungspunde??? 8|
    Jedenfalls hängt der Wobbler jetzt auch in irgendeinem Unterwasserhinderniss...>:-[

    Beim Neumontieren trete ich fast auf dieses Gebilde. Ich vermute mal, eine Puppe oder vielmehr die Hülle einer Maulwurfsgrille.
    Riesig diese Dinger...ich darf gar nicht daran denken, wenn die auf Körpernähe gehen sollten...8|

    Ein kleiner zweigeteilter Rapala-Wobbler im Barschdekor soll jetzt die nächste Opfergabe sein.
    Die erste Attacke auf diesen Köder verpenne ich noch. Die zweite verwandele ich hellwach und der Tanz beginnt.
    Ein schwerer Fisch kämpft um jeden Meter und nutzt geschickt die Strömung.
    Noch ist nicht zu sehen, um was für einen Fisch es sich handelt.
    Er nimmt mir mehrere Meter Schnur, ich gewinne sie wieder zurück. Das geht so eine ganze Weile, ich fische die leichte Prologic -Savagear mit 40gr. Wurfgewicht.
    Da heißt es bei solch einen Kaliber von Fisch vorsichtig sein.
    Ich gewinne....:wave:

    Dieser Rapfen ist bis jetzt mein Schwerster...der damalige Dicke aus der Havel war zwar etwas länger aber dafür auch als Stromfisch schlanker.

    Auf Oberflächenköder geht nach dem längeren Drill nichts mehr. Ich montiere schnell eine Drop-Shot Montage und fische markante Stellen ab.

    Jetzt kommen wir zum Titel dieses Beitrages...
    Der Rapfen biss so gegen 13 Uhr und meine insgesamt 13 Barsche dieses Formates ließen mich diesen Titel wählen.

    Der Tag war gerettet...jedenfalls aus fangtechnischer Sicht.

    Das meine hinteren Autofenster während der Autobahnfahrt auf einmal unten waren und ziemlich nervten, ist schon wieder ein anderes Blatt Papier.

    Ich freue mich jedenfalls, der Geräteindustrie immer ein treuer Kunde zu bleiben und so machte ich mir gleich noch eine Freude...

    Wer sich nur immer solche Namen ausdenken muß?:crazy:

    Tiki-Shadick - "Smoke Shad"
    Mud Minnow - "Morning Glory"
    Tiki Shadick - "Grashopper"

    ...und endlich die heiß ersehnten Belly Weights!
    Ich werde bestimmt beim nächsten mal Fischenzum Softjerker;)

    bis denne
    Wieland

  • Frühlingsgefühle....

    geschrieben am 17.03.2005

    Vom Eis befreit sind Strom und Bäche,
    durch des Frühlings....
    Endlich die Befreiung, der Urknall, es zwitschert an allen Ecken und Kanten und man hört die Knospen förmlich explodieren...
    und ich durfte heute Fischen!

    Der Angeltag fängt wie immer schon einen Abend vorher an. Futter begutachten, den Komposthaufen von einem Freund plündern (der übrigens eine Wurmzucht aufmachen könnte), Maden kaufen, Haken begutachten und passende Feederkörbe raussortieren.
    Dann kommt die Nachtruhe und es ist wie immer, die Träume der großen Fänge verfolgen mich die ganze Nacht. Doch bevor es zum Träumen kommt, geht das Gehirn automatisch nochmal alles durch. Haste?...ja hab ich!....bevor ich Einschlafen kann, vergehen bestimmt 2 Stunden!

    Am nächsten Morgen, der erste Gang ab zum Fenster, wie ist das Wetter? Gestern war es noch ein Wetter zum Helden zeugen. Aber was ist das?
    Bewölkung, Nieselregen und bestimmt 5 Grad kälter als Gestern und das im gerade gewonnenen Frühling. Die Stimmung fängt an zu sinken.

    Trotzdem...ein Kännchen Tee gekocht, in die Thermoskanne gefüllt, alle erdenklichen Köder geschnappt, etwas zu Essen eingepackt und ab ans Wasser.
    Am Wasser angekommen, die nächste Enttäuschung. Das was ein kleinerer, ruhig dahinfließender Kanal war, entpuppt sich als schnell fließendes, hochwasserführendes Gewässer.
    Schock...
    Egal wir angeln heute, denke ich.
    Als erstes, Futter anrühren, nicht so viel sagt man und wir beherzigen es. Ein halber Liter Futter wird mit Maden aufgepeppt, die vorher von ihren Sägespänen und dem Maden-Fit befreit werden.
    Danach kommen die Erdspieße in die Erde und die beiden Feederruten werden montiert. Zum Glück habe ich nicht auf mein Inneres gehört und nur die leichten Körbe eingepackt.
    Gott sei Dank sind die richtigen Körbe dabei...dachte ich!
    Ein Drahtkorb mit 50 Gramm extra Gewicht, bekam seine erste Füllung und wurde an eine "nur mir bekannten" Stelle versenkt.
    Natürlich ohne Haken, die Stelle wird von mir immer etwas vorgefüttert.
    Nachdem der Korb eine schöne Drift hingelegt hat, senkte sich mein Adrenalin-Spiegel deutlich.
    Also erstmal hinsetzen, eine schöne heiße Tasse Tee trinken und die Gedanken kreisen lassen.
    Erste Lösung, das Futter muß schwerer werden.
    Einige Maulwurfshügel kommen mir gerade recht. Also Verlängerung und Einfärbung des Futters und im Nu hatte ich fast einen 3/4 Liter schweres Futter.
    Zweite Lösung, ich muß schauen, wo die Strömung meinen "leichten" Korb nicht gleich nach Berlin abdriftet.
    Aha, eine kleine Strömungskante mit Verwirbelungen, dort sollte doch der Korb liegen bleiben.
    Die ersten Fütterungen zeigten mir, daß ich es dort versuchen könnte. Aber was ist mit den Fischen, bei solch einer ungewohnt harten Strömung? Ob sie mein Futter finden werden? Probieren geht über Studieren und mein Adrenalin-Spiegel steigt wieder.
    Einige Körbe später und mehreren Wechseln der Köder, zuckt zum ersten Mal in diesem Jahr, verdächtig die Spitze. War es nun der starke Wind der einsetzte oder waren tatsächlich Schuppenträger auf meinen Futterplatz aufmerksam geworden.
    Wie immer der erste Biss, wird vor Aufregung nicht verwandelt.
    Ich bemerke auch, daß heute Rotwürmer nicht so auf dem Speiseplan stehen.
    Also 2-3 Maden auf einem 16er Haken, 70cm Vorfach und ab in den Strudel.
    Es kommt wie es kommen mußte, der erste dicke goldene Brassen kämpft verbissen gegen den Druck, den ich in der Strömung ausüben muß.
    Er hat verloren aber nicht sein Leben, denn abgehakt wird er noch im Wasser, ohne Anfassen.
    Dabei verbiegt sich mein Haken, der sogleich ausgewechselt wird.
    Jawoll, da ist er endlich der erste Fisch nach der langen Eisperiode und ich setz mich erstmal zum Teetrinken.
    Nun aber los, der Blei ist ein Schwarmfisch. Und schon zittert die Spitze der zweiten Rute. Ist das vielleicht der gleiche Fisch wie eben der Andere. Beide gleichen sich fast im Gewicht und im Aussehen. Nein doch nicht, der hier hat ein Mal an der Schwanzwurzel. Na vielleicht sehen wir uns mal wieder, wenn es wärmer wird!
    Der Himmel wird immer trüber, der Wind frischt immer mehr auf und es fängt stark zu regnen an. Ich ertappe mich bei den Gedanken ans warme Zuhause.
    Beim Einpacken höre ich mich sagen:" Was für ein Aufwand für zwei Fische..... aber schön wars trotzdem!"

    Wieland

  • Watangeln im Herbst!

    geschrieben am 11.11.2005

    Gestern hatte ich den Plan, etwas im Wasser rumzuplanschen und dabei auch noch Fische zu fangen.
    Da ich die aktuellen Temperaturen verfolge wußte ich"... zieh dich warm an!"
    Mein Beruf als Sportfachverkäufer gibt mir die Möglichkeit, mich umfangreich zu informieren und nun will ich euch daran teilhaben lassen.
    Als Unterbekleidung hat sich bei mir die atmungsaktive leicht angeraute Wäsche von Odlo bewährt. Dadurch entsteht zur Haut ein leichtes wärmendes Luftpolster und der Schweiß wird vom Körper weg transportiert. Dieses erzeugt gleich ein warmes trockenes Gefühl.
    Nicht wie bei Baumwolle, die die Flüssigkeit speichert und dadurch ein nasses kaltes Gefühl auf der Haut vermittelt.
    Da es noch nicht ganz so kalt ist, empfehle ich als nächste Schicht ein wärmendes Fleece-Teil, welches auch die gleichen atmungsaktiven Eigenschaften hat, wie meine Unterwäsche.
    Bei sehr windigen Tagen gibt es auch Soft-Shell Jacken, die winddicht,atmungsaktiv und leicht wasserabweisend sind. Top für Tage mit leichtem Nieselregen und Wind.
    Eine Fleece-Hose dient bei mir dann als wärmende Schicht in meiner 5-mm Neopren-Wathose. Sie ist leider nicht atmungsaktiv hält dafür aber sicher über Stunden warm!
    Als Strümpfe trage ich am Liebsten Modelle der Firma Falke. Sehr teuer aber auch sehr angenehm und warm. Für Frühaufsteher sehr gut der linke Strumpf hat ein "L" und der Rechte ein "R" eingestickt, Verwechslungen ausgeschloßen Wink
    Die Modelle gibt es auch mit einem Silberfaden verwoben, dadurch wird die Geruchsbelästigung gemildert Wink
    Als Jacke dient entweder noch eine Fleece-Jacke frei nach dem Zwiebelprinzip oder eine Regenjacke, am Besten auch Atmungsaktiv.
    Nun werden Viele fragen warum alles Atmungsaktiv??
    Weil man sich beim Watangeln bewegt und das nicht zu knapp. Und immer gegen den Wasserwiederstand!
    Das Zwiebelprinzip bedeutet, zwischen jeder Schicht Kleidung entsteht ein kleines isolierendes Luftpolsterchen. Also nicht ein dickes wärmendes Teil anziehen, sondern mehrere Schichten!!!
    Ein Freund schenkte mir ein neues Tool zum Watangeln.

    In die weiße Hülse, kann man seine Rute stecken, wenn man entweder einen neuen Köder montiert oder einen Fisch abhakt. An der weißen Hülse (leider nicht zu erkennen), ist noch ein kleiner Haken zum Einhängen des Watkeschers. Der breite Gürtel schützt beim Sturz, vor dem Volllaufen der Wathose.
    Nun hab ich mir noch eigene Gedanken zum Transport von der Kamera, Essen und Trinken und den verschiedensten Köderkisten gemacht. Einiges bekommt man ja in seine Watweste, die etwas kürzer ist als eine Normale, aber beim Essen und Trinken hört es dann auf, dafür braucht man schon etwas Größeres.
    Dazu war ich in einen speziellen Outdoor-Ausrüster und kaufte mir eine kleine wasserdichte Tasche von den Kanuten, die ich mit einem Riemen zum Umhängen ausstattete!

    Bei dieser Tasche kann man getrost sicher sein, daß alles trocken bleibt.
    Die schwimmt dann immer hinter meinem Rücken im Wasser.
    Wird es noch kälter, so gehört auf alle Fälle eine Kopfbedeckung dazu, der Wärmeaustausch des Körpers findet dann über die Kopfhaut statt.
    Deswegen dampfen auch einige Sportskameraden im Winter auf dem Kopf. Um dem Wärmeverlust vorzubeugen, sollte die wärmende Mütze ein Muß sein. Davon nehme ich mal Basecaps aus!!
    Ich bevorzuge da eine Fleece-Mütze oder eine mit Fleece gefütterte Mütze, aus den oben genannten Punkten.
    Die neue Mode läßt da ja auch genügend Spielraum.
    Viel Spaß beim Watfischen in der kälteren Jahreszeit.
    Willi

  • Unsere ""BESTEN"" Angler!

    verfaßt am 20.03.2006 !!!

    Gesterrn war der Tag, an dem ich endlich mal wieder die Spinnrute mit einem Kollegen aus diesem Forum schwingen sollte.
    Da der Zander noch keine Schonzeit in den Gewässern des DAV Brandenburg hat, sollten Gummiköder den scheuen Jäger verführen.
    Wir fuhren mehrere offene Stellen an, die aber keine zählbaren Ergebnisse brachten. Das Wasseraufkommen an diesen Gewässern war durch die Schneeschmelze doch sehr hoch und die Fließgeschwindigkeit dementsprechend heftig.
    An der zweiten verheißungsvollen Stelle, bekamen wir von zwei Einheimischen den Tip, daß an einer Schleuse in Königswusterhausen gerade sehr gut Zander gefangen wurde.
    Also brachen wir unser erfolgloses Treiben ab, um an die empfohlene Stelle zu fahren. Ich konnte mich noch daran Erinnern, beim letzten Überfahren der Schleusenbrücke vor einigen Tagen, dort sehr viele Angler gesehen zu haben.
    So war es dann auch als wir dort ankamen.
    Mehrere Angler bevölkerten das kleine Schleusenbecken. Erinnerungen ans Heringsvolksfest auf Rügen kamen in mir hoch.

    Die Angeltechnik die zu sehen war, erinnerte mich eher ans Kutterangeln auf der Ostsee. Sehr langgezogene, kraftvolle und schnelle Rutenzüge ließen mich schon erahnen, was hier gespielt wird.
    Zwar hatte jeder der ""Angler"" einen Gummiköder am Ende der Angelleine, bloß befand sich 10 cm über dem eigentlichen Köder ein mindestens 1/0 er Drilling.
    So kam es auch, daß viele Jungzander mit dem Schwanz zuerst aus dem Wasser kamen. Einige tote Fische, die dieses Treiben nicht überlebt haben schwammen schon am Ufer herum.

    Insgesamt schwammen da bestimmt an die 10 toten Fische im Wasser. Teilweise wurde auch viel Weißfisch und Barsche gehakt. Die meisten davon traten den Landgang in umgekehrter Lage an. Also mit dem Schwanz oder mit dem Körper am Haken.
    Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken wie lange dieses Treiben da schon geht und wie lange es noch gehen wird.
    Einen besonders eifrigen Täter, der sich nicht mal die Mühe machte, es ein wenig anglerischer aussehen zu lassen, fischte mit einem Grundblei und zwei darüber geschalteten riesen Drillingen. Der harkte richtig den kleinen Fließ ab.
    Nachdem ich dem Treiben etwas zugeschaut hatte, machte sich langsam ein Ärger in meinem Körper breit, der unbedingt frische Luft brauchte.
    Der Eifrigste bekam auch gleich den ganzen Ärger ab und ich fragte ihn nicht ganz so höflich wie sonst, ob er mal ins Wasser gehen wolle?!
    Ich dachte, ich bekomme jetzt bestimmt eine Antwort die in gebrochenen Deutsch gesprochen wird. Das war aber nicht der Fall. Also konnte ich mit ihm diskutieren und ihm erklären, was er da so alles falsch machte.
    Die von mir sehr einseitig geführte Diskussion war in einer Lautstärke, die auch andere ""Angler"" mitbekamen.
    Da ich mit Polizei und DAV drohte, wurde ganz schnell Reißaus genommen.
    Im Nachhinein hätte man still gehen sollen und gleich die Polizei rufen sollen.
    Was wir dann auch gemacht haben.
    Ich hoffe nur daß die verbliebenen Reiß-Angler Besuch bekommen haben. Eine Information an den DAV werde ich auch noch verfassen.
    Was geht in solche Köpfen nur vor???
    Das sind dann auch meistens die Angler, die im Angelladen sich über die fehlenden Zanderfänge aufregen.

    Wieland

  • Meine Schwedenreise

    geschrieben am 11.07.2005

    Die Bilder sind nun endlich da und ich werde mich mal ransetzen und meinen Urlaubsbericht schreiben.
    Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwieriger. Die Fähre fuhr um 0.30 Uhr von Sassnitz auf Rügen. 3 Stunden hieß es dann auf der Fähre verharren, an Schlaf, wie der Rest der Übersetzenden war bei mir nicht zu denken. Ich war viel zu aufgeregt.
    Um 3.30 Uhr legten wir in Trelleborg an und die Weiterfahrt bei strömenden Regen, Richtung Osby, war auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Man, diese schwedischen Städtenamen und ihre spärliche Ausschilderung der Ziele, machen einem ordentlichen deutschen Autofahrer zu schaffen. In Osby, 3-maliges Kreisen im Ort, um endlich die Touristen-Info zu finden. Woher soll ich denn wissen, daß es doch außerhalb des Ortes ist. Angekommen, kam große Freude auf.
    Endlich Einer der Deutsch spricht.Ein junger Mann half uns außerordentlich, kam gleich mit ner Menge Angelinfos rüber und war wirklich sehr bemüht.
    Um 13 Uhr waren wir dann endlich am Haus und beim Vermieter, nach etlichen Bemühungen, in Schweden zu telefonieren. Das Alles schön übers Handy, Vodafon reibt sich jetzt schon die Finger!
    Bei unserem Eintreffen, sehen wir noch unsere Vormieter, eine lustige Truppe von jungen Dänen. So sah dann auch unser Haus aus, nebst kleinen Mitteilungen auf unserem Klopapier:" blöde Deutsche "! oder so ähnlich!
    So etwas hätte aber unser Vermieter sehen müßen, der angeblich das Haus gereinigt hat. Der erste Rückschlag, meiner Freude auf dieses angeblich unkompliziertem Angelland.
    Am Abend gab es nur einen Gedanken, Schlafen, Schlafen und Schlafen.
    Doch das Bett wollte es anders als wir. Ikea hatte geschlampt.
    Ich war aber zu müde um mich darüber noch zu ärgern.

    Der zweite Tag brachte dann die erste Überraschung, bei der Begehung unseres gemieteten "Anwesen" mit Fischteichen (im Preis!), konnte ich es kaum glauben.
    Leere Fischteiche! Nein nicht nur keine Fische, sondern nicht mal Wasser, konnte Hoffnung auf große Fänge aufkeimen lassen!

    Weitere Begehungen förderten dann doch etwas zu Tage und meine Beobachtungsgabe und Gefühl ließ mich etwas sehen, was ich vorher so noch nicht gesehen habe. Am Ufer eines kleinen Tümpels, waren viele Kaulquappen und halbfertige Frösche.

    Diese sollten sich als absolutes Aalmagnet rausstellen. Es waren Fische, die vom "frechen" Vermieter dort vor Jahren eingesetzt worden waren.
    Ich konnte sogar einen Aal beim Fressen mit der Kamera erwischen. Am hellerlichten Tag!

    Die Schleicher sollten dann am nächsten Tag eine starke Dezimierung erfahren. Schuld waren irgendwelche Deutsche, die dort Urlaub machten.
    Wir fingen in einer Stunde 4 Aale, der Größte brachte fast 80cm!
    Die erste günstige Mahlzeit in Schweden war gesichert!
    In der Nacht stieg dann das Angelfieber ins Unermeßliche, wurde aber durch die Studie der Angel-Infos aus dem Touristen-Büro jäh gebremst.
    Was ist das?
    Alle Gewässer sind auf dem ersten Blick mit Gebühren versehen. So ein Schiet...von wegen Allemannsrecht!

    Bei einigen Seen ist es teilweise sogar unverschämt, was Bootsgebühren und Angelscheine kosten. Schwedenkenner werden jetzt gleich rechnen.
    Bootsgebühr für einen Tag 240 Kronen, für ein Ruderboot! (Kurs 1 Euro ungfähr 8,3 Kronen)
    Also beschloß der Familienrat, die nächste Angeltour, sollte mit den Kindern an einem Forellenaufbewahrungsgewässer in Roena stattfinden.
    Ich konnte doch nicht ahnen, daß das unser Trip zum teuersten Gewässer Schwedens werden sollte.
    Pro Kilo Edelfisk 120 Kronen, jeder Fisch sollte mitgenommen werden. 2 angelnde Jugendliche und 2 Erwachsene, sollten schon 4 Fische bringen.
    Für jeden Einen.
    Geangelt haben wir nicht lange, dann hatte jeder seinen Fisch und was für welche! Bezahlt wurden dann 840 Kronen... macht dann ungefähr 90 Euronen!!

    In einem Angelgeschäft, was ich dann in Kristianstad besuchte, wurde von Touristenabzocke gesprochen. Leider für uns zu spät. Gefangen wurden von uns eigentlich noch mehr Fische, die Fliegenrute mußte doch bewegt werden, ich war aber nur zu blöd, die Fische zu landen:>

    Einige Besuche, auf den für diese Gegend typischen sehr eisenhaltigen Gewässern, konnten meine finsteren Gedanken auch nicht mehr vertreiben und aufheitern.

    Was diesen Fisch-chen aber eigen war, war ihre fänomenale Färbung. Alle waren sehr dunkel, Barsche hatten anstatt des satten Grüns einen recht braunen Teint.
    Geschleppt wurde, bis die Hände rauchten und der Rücken brannte. Wir hatten mittlerweile den Sommer in Schweden seit Jahren. Jeden Tag Temperaturen knapp an die 30 Grad!
    Gut für Hecht ???:-/

    Viele Barsche, eine Menge kleinerer Hechte gingen uns auf die recht großen Schleppwobbler!
    Der obige Wobbler oxidierte schon einige Zeit in meinem Wobblerkasten, war aber da in Schweden mit seiner Färbung optimal.
    Was auffiel, die Hechte hatten in den entsprechenden Gewässern alle die gleichen Größen! Deswegen meine These, alle wurden zur gleichen Zeit besetzt! Vielleicht deshalb auch der Mangel an kapitaleren Fischen???

    So, der Sommer war da und raubte uns mit seinen Stechinsekten und seiner Hitze, den Anstoss für weiter Angelabenteuer.
    Angeln vom Ufer brachten Güster, Kaulbarsche und Bleie und das in Schweden?!
    Einen Biss auf den am Grund angebotenen Kauli, wurde vom völlig überraschten Willi natürlich versemmelt. Die Bissspuren waren zu eindeutig...Zander!
    Nach reiflichem Überlegen der Lage, bewilligte ich mir meine eigene Auslegung des Allemansrechts. Aufs Geratewohl, wurden vorher erspäte Stellen von mir angefahren und befischt. Dabei stellte sich die Helge Au (Assoziationen zum "Schneider" waren natürlich auch dabei) als echtes Schmankerl raus. Gleich beim ersten Besuch konnte mein Großer eine schöne Bachforelle aus dem Fluß zaubern. Sie hatte leider arge Verletzungen und mußte abgeschlagen werden.

    Ich konnte dann noch am selben Abschnitt, aus der stärksten Strömung einen kleinen Hecht landen, der sehr Anlass zur Verwunderung gab. Er stand eher in einem Unterstand für dicke Forellen.
    Das könnt ihr auch schön am Gesicht des Fängers sehen!

    Hinter dem dicken Stein lauerte der Räuber, der mal einer werden will.

    Mein Sohn, den so glaube ich, das Virus des Fliegenfischens voll gepackt hat!
    Wie schön!
    Leider findet man immer die schönsten Angelstellen, wenn nicht mehr viel Zeit verbleibt!

    Der König der Wälder wurde von uns auch noch gesichtet.

    Einige Freizeitaktivitäten wie Minigolf oder Crosscarfahren im Wald ließen bei mir so ein bischen das Gefühl aufkommen, das man nur unser Bestes wollte. Und zwar unser Geld!
    Zusammenfassend bleibt zu sagen...
    Schönes Wetter wars!

    Ach so warnen sollte ich wohl noch vor dem Objekt, aus dem Dan Center Katalog " SkoogsGarden" (so nennt er sich jetzt). Die Fischteiche werden erst 2006 fertig sein !
    Ich bin ja sonst bestimmt kein Miese-Peter aber Dan Center hört noch von uns!
    Der Vermieter war absolut uneinsichtig und cholerisch und sollte eigentlich das Vermieten sein lassen. Er will dort eine Anlage für Geschäftsreisende und ganze Betriebs-Gruppen anbieten. Dazu kann ich nur sagen:" So nicht Herr Bengte Skoog!"

    Willi

  • Warum immer ich?

    geschrieben 28.02.2006

    Einige Freunde wissen ja, daß bei mir Angeln gehen nicht gleichzusetzen ist mit "normal" Angeln gehen.
    Was mir heute wiederfahren ist, schlägt aber wirklich dem Fass den Boden aus!
    Nun mal der Reihe nach. Gestern war ja das schönste Winterwetter und da ich heute mal fern von der Arbeit war, dachte ich gehste mal fischen.
    Gesägt tun getan....

    An der Klein-Machnower Schleuse zwischen Potsdam und Berlin, war immer ne Stelle, die im Winter fast 100% eisfrei war.

    Zuerst wird das Futter angerührt (ein leerer Eisbehälter reicht da im Winter völlig) und dann das Tackle aufgebaut. So hat das Futter ordentlich Zeit zu "ziehen". Klitzekleine Haken mit 0,12er Vorfächer ca.70cm lang sollten reichen. Kleine Rotwurmstückchen garniert mit einer Made stellten den Köder dar. Die Stelle...ein warmer Einlauf!

    So los kann es gehen...erst füttere ich ein paar Körbe nicht ganz so fest angedrücktes Futter, dann wird der Haken bestückt und losgeangelt.
    20 Minuten...Nichts....Halbe Stunde....Nichts...auch das Nachfüttern bringt nicht wirklich viel.
    Als ich dann mal nach oben blickte sah ich das Dilemma.

    Kormorane über Kormorane...ich schätzte die Anzahl der vorbei geflogenen Vögel auf insgesamt über 100 Stück.
    Ein Radfahrer in Shimano-Tribal Kleidung kam und im Gespräch erfuhr ich, daß an der Schleuse ordentlich gefischt wird.
    Leider nur von schwarzen Vögeln. Raubfischangler würden überhaupt keine Köderfische bekommen.
    Diese Strecke war mal Wettkampfstrecke des DAV der DDR. Dort wurden Wettkämpfe mit der Kopfrute ausgetragen, weil dort der Friedfischbestand exorbitant hoch war. Auch bei meinen Besuchen in anderen Jahren konnte ich das nur bestätigen. Egal wie kalt, egal wo der Wind herkam, Vollmond oder nicht, es war alles egal. Irgendein Friedfisch erbarmte sich immer und ging an die Feederrute.

    Also sagte ich mir verteilste das bischen Futter noch im Wasser, was viele dressierte H5N1er an meine Angelstelle lockte.
    Was der Mensch so alles anstellt, kaum macht man eine werfende Bewegung sind sie da die Virusträger. Wie leicht könnte man da Gegenmittel oder Impfungen anbringen.

    Das Futter war nun alle und ich packte meine Siebensachen um noch mal mit der Matchrute und dem Würmchen doch noch den ein oder anderen entkommenen Barsch zu überlisten.

    Große Schlaufe in die Schnur, die dann ungleichmäßig Aufschneiden. Ans kürzere Ende ein 15 Gramm Blei, ans Längere schlaufe ich das Vorfach mit dem kleinen Wurmhaken. Und los geht das vorsichtige Grundabtasten mit dem Würmchen.
    Wie ich da so stehe, höre ich ein Kind in höchster Not schreien.
    Es war ziemlich weit weg und erst war ich mir nicht sicher ob es Spaß, Spiel oder Ernst war.
    Am Klang der Schreie hörte ich aber den puren Ernst raus.
    Jeder der selber Kinder hat, bekommt ne Gänsehaut bei solchen Sachen. Der Weg zum Geschehen war ziemlich vereist, ich konnte nicht so schnell wie ich wollte. Eine Hand die Rute, andere Hand das Handy und irgendwo war auch mein Messer an Board. Meine Gedanken, die ich zuerst hatte will ich mal vorsichtig umschreiben. Missbrauch!!!
    Also weiter, ich kam näher... nur wußte ich nicht genau auf welcher Kanalseite das Unglück war.
    Als ich dann näher kam sah ich mehrere Kinder mit erschrockenen Gesichtern. Zwei erwachsene Frauen bemühten sich ein Kind, daß in den Kanal gefallen war rauszuhohlen.
    Gott sei Dank, war es nicht das was ich dachte. Zugepackt und den kleinen Racker aus der eisigen Brühe rausgeholt. Er hatte Pech genau an einer Spundwand Baden gehen zu wollen. Wir haben ihn dann ruckzuck die nasse Kleidung ausgezogen und er durfte dann in meinen Thermoanzug.
    Im Laufschritt ging es dann 200 Meter zum Auto, wobei ich merkte, dem Jüngling gehorchten die Beine nicht. Also ab auf die Schulter mit ihm. So ein zitternder Zwölfjähriger wird ganz schön schwer mit der Zeit. Ich denke er war mindestens 10 Minuten im Wasser.
    Als er dann abfuhr und ich ein kleinlautes Danke von der Mutter hörte, war ich klitschnass aufm Rücken.
    Kopfschüttelnd lief ich an den anderen Kindern vorbei und der Kleinste fragte mich nach meinen Namen....

    Willi

  • Der komische Karpfen

    Als ich mir gerade meine Bilder durchschaute, fiel mir doch glatt wieder eine Fangstory ein.
    Während eines Urlaubes in Schleswig Holstein, hatten wir eine Unterkunft, die nicht weit weg war von einem schönen See.
    Den konnte man bequem in ein paar Stunden mit der Spinnrute umrunden.

    Da auch mein Kind und das Kind unserer Mitreisenden, Interesse am Angeln zeigten, wurde das Angelzeug zum Ansitzen fertig montiert.
    Es sollte auf Karpfen gehen, die ich einen Tag vorher beim Sonnenbaden beobachtet hatte.
    Gemächlich und majestätisch zogen sie ihre Kreise oder dösten einfach so vor sich hin.
    Wir versuchten die Fische mit der sogenannten Methode zu überlisten. Feederruten und Method-feeder sollten die Fische an die Leine bringen. Nachdem wir so einige Stunden ohne einen Run hinter uns gebracht hatten, regte sich in mir wieder der Drang des Wandersmann. Natürlich mit Rute!
    Da aber keine Spinnrute im Camp vorhanden war, nahm ich meine feine Feederrute und bestückte sie mit Sbirolino, langem Vorfach und Wurm.
    In weiter Entfernung, vielleicht gerade so zu erreichen, sah ich nämlich steigende Fische die ganz nach Forellen aussahen.
    Beim Anwerfen merkte ich aber, daß die Wurfweite nicht ausreichte um die Fische zu erreichen oder vielmehr zu überwerfen.
    "Was also tun" sprach Zeus.
    Ich montierte anstatt des Sbirolinos ein Grundblei, das die Rute nicht so sehr belastete. Endlich konnte ich die kreisenden Fische erreichen.
    Nun mußte ich mir noch etwas einfallen lassen, um auch die Würmchen in Augenhöhe zu bekommen.
    Da wir ja auf Karpfen fischten, hatte ich noch etwas gelben Auftriebsfoam bei, den ich meist einem Maiskorn nachempfinde.
    Der Auftriebskörper kam vor den Haken und beim Probieren im Flachwasser funktionierte es einwandfrei. Also raus damit und Petri Heil.
    Langsam und vorsichtig zog ich die Montage in den fängigen Bereich und ließ den Köder etwas ruhen.
    Nach ca. 10 Minuten bekam ich einen Biss, der sich als ordentlicher Run entpuppte.
    Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen, auf die Aussicht eine riiiiieeesen Forelle zu fangen. Die zog immer ordentlich hin und her und soviel Power und so ganz ohne Sprünge, das kam mir jetzt aber doch ziemlich spanisch vor.
    Der Ruf nach dem Kescher aus dem Camp wurde von mir immer eindringlicher.
    Und was soll ich euch sagen, was kam zum Vorschein?
    Seht selbst...

    Willi

  • Das Phantom!

    geschrieben 12.11.2006

    Das Phantom....

    Gesichtet in Sachsen/Anhalt, wie es sich aufmacht seine Nahrung zu erbeuten.

    In geduckter Haltung schleicht es von Stein zu Stein, von Buhne zu Buhne um die schleimigen Wasserbewohner aus ihren Einständen zu kitzeln.
    Der Geheimdienst der Hauptstadt konnte erstmals in der Geschichte der Menschheit Fotos des scheuen Gesellen schießen,
    wie er seine Nahrung gerade aus den Fluten des Kanals erbeutete.

    Nur das dunkle Wetter, mit seinen Sturmböen und seinen sinnflutartigen Regenfällen, lockt das Phantom ans Wasser, wo es immer wieder mit seiner Beute anzutreffen ist.

    Attractoren und Mogambos sollen das Schuppenwild verführen und das wie man sieht, recht erfolgreich.
    Wo sonst die tanzende Pose diese kleinen Räuber erbeutet, darf diesmal das Phantom über seinen Fang jubeln.
    Vielleicht?... ist gerade dieses Wetter "Schuld", daß wir solch seltene Fotos dieser Spezies schießen konnten.
    Also Fischjäger...erschreckt nicht bei solchen Wetter, wenn ihr plötzlich ein Knurren und Hecheln in eurem Rücken hört.
    Es ist nur das Phantom, daß seinen Hunger nach Raubfischen stillen muß.
    Der Drang nach dem Drill, nach dem Adrenalin, ist stärker als seine Menschenscheu.
    Als es schon recht dunkel war, konnten wir es noch einmal aus dem Wald brechen sehen.
    Es hatte wohl die Witterung des feuchten Hechtkeschers aufgenommen.
    Dieser tolle Schnappschuß beendete leider diese seltene Begegnung.

    Der Autor ist überaus erfreut, diese Rarität euch zur Verfügung stellen zu dürfen.
    In der Hoffnung, daß sich dieses seltsame Ereignis noch einmal irgendwann in meinem Leben wiederholen wird, verbleibt...:lalala::crazy::crazy::crazy:

    Willi

  • Mein Zander Traum ---- Mein Traum Zander!

    Im Schlaf war ich am Morgen an einem Fluss und schickte meine weichen Köder in sein trübes Wasser. Ein Hot-Spot taucht vor meinem Auge auf.
    Der Kanal wird gespeist vom Hauptstrom und entwickelt eine äußerst fängige Strömung. Der Wind bläst leider stark von der Seite. Alles Gute ist nie beisammen.
    Auch nicht im Traum!
    Der Gummifisch tockt auf den Grund, zwei Kurbelumdrehungen und warten. Wieder schlägt der GuFi auf und ich weiß, gleich kommt die Packlage, gleich musst du besonders konzentriert und vorsichtig zu Werke gehen. Erstens ist dies der besonders fängige Bereich, zweitens kann man mit besonderer Aufmerksamkeit die Kosten minimieren. Der Köder schlägt wieder auf den Grund. "Kurbel, Kurbel - Stop", da wird das Absinken kurz gestoppt. Der kleine Schnurbogen, der durch den starken Wind entstand, zieht sich schneller gerade als normal. Alles passiert in einem Bruchteil von einer Sekunde. Ein kurzer, trockener Anhieb und schwere Pumpbewegungen eines großen Fisches treiben den Puls hoch und schärfen die Sinne.
    Doch plötzlich Leere, der Fisch ist weg, das mühsame Kurbeln muss weitergehen.
    Ich sehe im Traum die nächste "fängige" Stelle und überlasse meinem Begleiter den Hot Spot. Als ich mich umsehe, sehe ich auch bei ihm die kräftige Rutenspitze in pumpenden Bewegungen. Kurz danach schnappt die Spitze seiner Rute nach oben und der Shad berührt wieder den Boden.
    "Das war der Gleiche!", sagten alle Beide und dachten: "Wir kommen wieder!"
    Im Traum sehe ich die nächste heiße Stelle. Tiefe Buhnen, wie sie der Raubfisch und seine Jäger lieben.
    Beim Befischen derselben fliegen die Gedanken aber immer wieder zurück zum...."Fisch"!
    Wir müssen noch einmal zurück!
    Das Lächeln im Traum muss selig gewesen sein als der Kanal wieder erreicht war.
    Wo war vorhin der Kontakt? Ich glaube zu erahnen, zu riechen, wo es war.
    Motivation bis in die Haarspitzen.
    Tock, der schlanke Weichköder und der schwerere Eriebleikopf funktionieren einwandfrei.
    Das Arbeiten des Schaufelschwanzes ist bis in den Rutenblank zu spüren. Sogar einige Steinkontakte steckt der Köder weg.
    Dann passiert es, der Gummifisch hat den ersten zarten Steinkontakt. Ich reagiere mit etwas schnellerem Kurbeln und leichtem Anheben der Rute.
    Ein weiterer Steinkontakt lässt mich die gleiche Aktion noch einmal träumen. Dann ist es da, das Hindernis!
    Fest, nichts geht mehr, kräftiges Rucken meinerseits beantwortet das Hindernis aber mit dumpfen Kopfstößen und kräftigem Schwanzschlagen.
    Was für ein Strudel?
    In dieser Wassertiefe sieht man sofort: ein Großer kämpft am anderen Ende.
    Jetzt kommt doch die Aufregung. Nur nichts falsch machen. "Hält das Stahlvorfach?"
    "Hält der Karabiner?" "Wie sitzt der Fisch?"
    Alles geht gut, der Angelkamerad greift sich den riesen Fisch, das Grinsen wird zum breiten Lachen.
    Ich werde wach und frage mich:" Warum war alles so real?"
    "War es etwa gar kein Traum?"

    Willi

  • Tanz mit dem Nutria

    geschrieben 29.01.2007..:

    Heute war mal wieder frische Luft schnappen angesagt.
    Mehrere Feste mußten gefeiert werden und wenn ich in verrauchten Räumen hocken muß, brauche ich viel viel Luft um das wieder aus den Lungen zu bekommen.
    (...Ja ja ich weiß die ehemaligen Raucher sind die Schlimmsten )

    Mein Ziel: Stangenhagen....ein Vogelschutzgebiet, das durchflossen wird vom DAV-Gewässer Pfefferfließ.
    Dort versammelt sich jeden Winter die Stip-Elite aus der Gegend um die reichlich vorkommenden Weißfische zu dezimieren.
    Ich wollte mal schauen, ob sich nicht doch unter den Weißfischen ein paar Barsche schummelten.
    Deswegen die kleine Zuckelrute eingepackt und losgezogen.

    Ordentlicher Sonnenschein,trübes Wasser, Temperaturanstieg um fast 10 Grad und reichlich Wind ließen meine Fanghoffnungen recht schnell schwinden.
    Na gut, dann beobachten wir eben wieder mit offenen Augen die Umgebung.
    Ein kleines Stauwehr trennt einen Graben vom Pfefferfließ...an dem Auslauf fängt man im Sommer mit der Fliege recht gute Döbel.

    Als ich das Ding vorsichtig überquert hatte, man will ja nichts kaputtmachen, wurde ich von einem lauten Platschen ordentlich erschreckt.
    Zuerst dachte ich, wie es an der Elbe öfter geschieht, ich hätte einen Biber aufgeschreckt.
    Dem vermeintlichen Biber fehlte aber der platte Bauarbeiterschwanz.
    Trotzdem schwamm ein recht großes Felltier vor mir im Wasser.

    Ich denke da hat sich ein Nutria irgendwo aus dem Staub gemacht.
    Denn so richtig panische Angst hatte das Tier nicht vor mir...

    Eine kleine Fotosession ließ das Tier bereitwillig über sich ergehen.
    Als ich etwas dichter ran wollte, fing er an komische Töne von sich zu geben.
    Ich deutete es als: " Halt bis hierhin und nicht weiter!"
    Deswegen ließ ich auch den putzigen Gesellen links liegen und zog weiter.

    Ganz in der Nähe befand sich ein Vogelbeobachtungsturm, der mir guten Schutz vor dem aufgekommenen Regenguss gewährte.
    Eine tolle Rundumsicht belohnte meine Unternehmungslust.

    Vögel gab es natürlich auch zu sehen...teilweise aber recht schwer zu fotografieren.
    Zwergtaucher, Krickenten, Wildgänse, Kraniche, Eisvögel und jede Menge Singvögel, die für ein herrliches Konzert zwischen den Regenschauern sorgten.
    Verschiedene Meisenarten, Stare und Buchfinken trällerten sich ihre Kehlen wund.

    Flugbild von ein paar Gänsen, die hochgeschreckt worden sind.
    Warum? Dazu komme ich noch ganz zum Schluß meines Berichtes.

    Große Kranichkolonien bevölkern die umliegenden Felder, wo sich die neue Saat schon blicken läßt.
    Auf einem Feld waren sehr viele weiße Punkte, mit dem Fernglas erkannte ich, daß es alles voller Schwäne war.

    Nun kommen wir zum Salz in der Suppe.
    Ein dort eingerichtetes Naturschtzgebiet, schaffte eine schöne wilde Landschaft, die von vielen Tierarten bereitwillig angenommen wird.
    Der Angler, der die jetzt teilweise recht verwilderten Wasserläufe damals kultiviert hatte, wird jetzt aufgrund des Naturschutzes ausgesperrt.
    Die eigentlich künstlich angelegten Wasserläufe verwildern, wachsen zu und werden immer flacher.
    Sicherlich freut sich die Natur, wenn sie den Eingriff des Menschen wieder rückgängig machen kann.
    Ich freue mich ja auch, wenn ich an diesen Schritten teilhaben kann.
    Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann, wie man gleich neben so einem Biotop einen Flugplatz für Kleinflugzeuge und Sportflugzeuge errichten kann.
    Ständiges Überfliegen der Feuchtwiesen scheucht alles Leben auf.
    Der Krach ist manchmal ohrenbetäubend und für mich nicht nachvollziehbar.
    Wir Angler werden ausgesperrt aber der, der sich das Fliegen im Flugzeug leisten kann, darf sich die ganze Sache von oben anschauen.
    Bei so etwas steigt in mir schon wieder die heilige Wut auf.
    Völlig unverständlich dieses Treiben und zeigt wieder einmal, wo das Geld regiert, muß der Verstand weichen.

    Willi

  • Jetzt ist wirklich Herbst

    verfaßt am 29.10.2006

    Jetzt ist doch tatsächlich der Herbst angekommen.

    Der Sturm peitscht übers Land, Regentropfen trommeln ans Fenster und ich muß raus, raus zum Fischen.
    Das ist genau mein Wetter...Raubfischwetter.
    Bevor es aber losgeht, fahre ich zuvor noch in meinen Garten.
    500 qm Wiese, müßen schnell vom Laub befreit werden. Eine ganz schöne Rackerei aber es geht schnell von der Hand, weil ich weiß, daß ein Besuch an den Gewässern meiner Kindheit bevorsteht.
    Schon lange war ich nicht mehr da und ich bin gespannt, wie es da aussieht.
    Ein kleiner Kanal, der damals sogar beschiffbar war, schlängelt sich durch das südlich von Berlin gelegene brandenburger Land.

    Das Schilf wächst hier etwa nicht nach rechts, sondern der Sturm pustet jegliche Pflanzen in diese Richtung.
    Der Ufer-Bewuchs ist doch recht stark, ein Glück habe ich die sehr kurze Rute dabei.
    Sie reicht für diese Wurfweiten allemal, behindert mich aber nicht so beim Schleichen durch das Dickicht.
    Manchmal ist der Laubteppich auf dem Wasser so stark, daß mein Köder da nie und nimmer durchgekommen wäre.
    Da heißt es einfach, die freien Stellen, die mir der Wind geschafft hat zu Nutzen.

    Immer wieder setzt starker Regenfall ein, der dann fast Waagerecht kommt.
    Aber genau so muß es sein. Die Schön-Wetter-Angler sitzen zu Hause und wissen gar nicht, was sie Alles verpassen.

    Da das Tageslicht doch schon recht düster ist und der Kanal recht aufgewühlt, nehme ich einen hellen Köder.
    Gummifisch ist für mich heute die erste Wahl.
    Ich rechne mit viel Junghechten, da ist der Einzelhaken schneller zu lösen und schwerere Verletzungen halten sich in Grenzen.

    Es dauerte auch wirklich nicht lange, bis der erste Hecht des Tages am Band hing. Dieser Kanal war wie geschaffen, für die Kinderstube der Hechte.
    Sie haben die Möglichkeit, wenn es kälter wird, sich in einem großen See zurückzuziehen.

    Insgesamt fing ich in der recht kurzen Zeit und auf einer nicht allzu langen Strecke 7 Hechte.
    Nur einer davon hat auch wirklich das Mindestmaß überschritten.
    Stellvertretend für Alle nur ein Bild.

    Viele der Hechte saßen so gut, daß ich sie noch nicht einmal zum Lösen Anfassen brauchte.
    Die Lösezange befreite den Räuber schnell vom Haken.
    So langsam merkte ich aber nach ca. 2 Stunden, daß die Sachen doch feucht und klamm wurden.
    Also schnell nach Hause.
    Auf dem Rückmarsch sah ich dann noch diese kleine Sehenswürdigkeit.

    Eine kleine Laune der Natur, die ich unbedingt fotografieren mußte.

    Willi

  • Haveltour 2006

    verfasst am 22.09. 2006..:

    Wir waren mal wieder in einer der schönsten Flußlandschaft Deutschlands und zwar die Havel im Brandenburgischen Bereich.

    Einige Hotspots wurden angefahren und schon krachte es auch schon in der Rute eines Kameraden.
    Ein dicker Rapfen kam uns entgegengeschwommen und er merkte erst gar nicht, was da für ein Brocken am anderen Ende kämpfte.
    Als wir den Fisch zum ersten mal sahen, war er genau vor dem Boot und ich schätzte die Länge des Fisches knapp vor 80cm.
    Der Fisch wußte sich zu wehren, zog unter das Boot, wieder zurück und behielt am Ende die Nase vorn und seine Freiheit.
    Der Wobbler flog zwischen unsere Köpfe und zeigte uns wiedereinmal, nicht immer ist der Mensch ein Gewinner.
    Das Wasser um uns rum fing richtig an zu kochen...überall raubende Fische.

    Der Nächste, der so einen erwischte war Meinereiner...

    Der Wobbler von Berkley hatte ganz klar das Beuteschema und verführte danach gleich noch einen kleinen Hecht aus dem Hauptstrom.
    Leider hat der Kollege noch nicht so die Fotoerfahrung und wußte auch nicht, daß man die Fische im Ganzen ablichtet
    Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

    Nächster Hot-Spot...nächster Versuch.
    Eine tiefe Aussenkurve, in der noch ein Altarm mündet, brachte uns schon immer ganz guten Fisch.
    Hier sollte wieder einmal der gute alte EffZett-Blinker der DAM seinen großen Auftritt haben.
    Und was soll ich sagen...wieder an meiner Rute.
    Hammerharter Biss und ein strammer Drill, entlohnten für die fast 30 Grad auf dem Wasser und das Ende September.

    Nicht lange Faxen machen...2 Bilder und wieder weg...in sein angestammtes Element.
    Jedenfalls ein sehr schöner Kampf, mit dem besseren Ende für mich.

    Es blieb nur zu sagen...
    Lass es schnell endlich etwas kälter werden, damit sich die anderen Bewohner dieses Havelabschnittes auch mal sehen lassen.
    Für größere Zander und Hechte ist dieses Wetter nicht gemacht.
    Trotzdem war es ein wunderschöner Tag, mit Sonnenbrand und viel viel Spaß

    Petri Heil

    Willi

  • Slimmy D & Baby Pop

    verfasst 18. Mai 2008..:

    Das ist nicht etwa der neue Supertstar aus den USA.
    Nein!
    Das sind Jenzi Köder denen ich heute eine der schönsten Kurzsessions meines Anglerdaseins zu verdanken habe.
    6.30 piept mein Wecker zu leise und ich verschlafe logger die Stunde, die mir wahrscheinlich noch viel mehr gebracht hätte.
    Aber was ich nicht weiß...macht mich nicht heiß und was nicht ist, kann ja noch werden.

    Trotzdem stehe ich punkt 8 Uhr am Wasser, nach einer 45km Anfahrt.
    Der dritte Wurf...zack rums und schon kommt MEIN Zielfisch aus dem Wasser!

    Na Jungs det können wir aber besser. Da bin ich aber genau dort andere Sachen gewohnt.
    Da ich ja den "geheimen Neffen" von Mr. Lorkowski kenne, fische ich auch einen Köder, der von ihm hätte sein können.
    4. Wurf mit dem Attractor in der passenden Farbe für das vom Regen angetrübte Wasser...

    Jaaaaa...genauso und nicht anders.
    Ich liebe diese Barschattacken und die anschließenden so typischen Kopfstöße während des Drills.
    An einer leichten Rute ist das besser als Großzanderdrillen an der Elbe.
    Die Fische nutzen geschickt die dort herrschenden Kehrströmungen und Verwirbelungen. Man muß schon aufpassen, was der Fisch mit einem macht.
    Wer einen Männerdaumen hat, kann gut vergeleichen.
    Maulgröße - Daumen!

    Ich mußte die Dame einfach nochmal ablichten. Mir gehts wie einem Playboy-Fotografen, der sich nicht satt sehen kann mit seinem Auslöser!
    Der Barsch ist und bleibt der für mich schönste Fisch unserer Gegend.

    Leider wird der Attractor von einem Steinfisch voll inhaliert und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

    Zeit für die anderen Farben...

    Es ist heute wie ein Sechser im Lotto. Keine Langeweile, ständig wird attackiert oder inhaliert.
    Wer bei diesen optimalen Bedingungen nicht am Wasser war, wird sich ärgern.

    Andere Farbe, neues Glück. Es ist als währe ich auf dem Rummel und ziehe anstatt der sonst für mich üblichen ständigen Nieten, eben auch mal ein paar Gewinne.

    Der Knips kommt noch gerade richtig, bevor ich die zappelnde Barschdame auffangen muß und sogleich dem Wasser übergebe.

    Gut.... das hätten wir ausprobiert und bestätigt. Ein vom Herrentags-Hegefischen gewonnener Köder sollte auch mal Ausgang haben.
    Mein Vertrauen in diesen Köder ist gelinde gesagt ziemlich gering. Warum? Vielleicht weil ich ihn einfach noch nie so wirklich gefischt habe und auch noch nie etwas darauf gefangen habe.

    Er läßt sich wirklich gut werfen und die Führung wähle ich ähnlich wie bei einem Jerk.
    Kurze Rucke mit kleinen Pausen...
    Daaaaaa...! Ein riesen Schwall läßt den Popper richtig wegfliegen.
    Also doch! Sie kennen diesen Köder da noch nicht und gehen mit Vollgas auf Angriff.
    Ich bin noch nicht einmal sicher, was das für ein Fisch war.
    Es könnte durchaus auch ein Zander gewesen sein...wie sich etwas später als fast richtig erweisen wird.

    Immer wieder nerve ich mit dem aggressiven Führungstil über genau dieser Stelle. Dann kracht es gewaltig in der Rute.
    Leider hat meine Kamera wieder den Hintergrund als wichtiger erscheinen lassen und ich wollte die Barschdame recht schnell wieder ihrem angestammten Element zurückgeben.
    Deswegen leider nur dieses EINE Bild...

    Slimmy D is her name...she is a beauty queen...
    Nun denn. Auch diesen Köder habe ich noch mein Vertrauen versagt. Aber hier wußte ich schon, daß dieser auch in der Lage ist richtige Fische zu fangen.
    Da der Köder recht wenig Eigenaktion besitzt, sollte auch er wie ein Jerk geführt werden. Man kann ihn wirklich recht aggresiv führen, umso mehr Aufsehen wird er erregen.
    Ich fische ihn auf genau derselben Bahn, wie vorher den Oberflächenköder.
    Ein Kontakt, wie ich ihn von der Elbe her kenne, läßt mich etwas wachsamer werden. Jetzt heißt es aufpassen.
    Wieder knallt etwas in die Schnur und ich setze prompt den Anhieb.
    Jetzt drille ich einen wirklichen Fisch. Das ist kein Barsch!
    Ein ca. 70 Zentimeter Zander hat sich den Slimmy in die Schwanzwurzel gehämmert. Sie machen es also den Rapfen nach und schlagen nach ihre Beute auch mal mit dem Schwanz. Die betäubten Fischlein können dann in Ruhe vom Grund gesammelt werden.

    Kurz vor dem Zupacken mit der Hand, macht der Bursche mich richtig nass.
    Verdattert stehe ich am Ufer und bin aber eigentlich nicht wirklich böse.
    Wer weiß...war es vielleicht doch ein Männchen, was sein Nest bewacht hat?
    Über die Quickreleasung bin ich nicht wirklich traurig.
    Weiter geht es mit dem gleichen Köder auf dem gleichen Weg. Immer wieder beschleunige ich mit kurzen Rucken aus dem Handgelenk, welches auch gleich darauf einen schönen Stromschlag bekommt.

    Wieder darf ich eine meiner geliebten Damen zum Fototermin bitten. Sie scheinen heute mächtig Kohldampf zu haben.

    Ein absolut denkwürdiger Tag endet mit dem Verlust des Slimmy D...schneufz...
    Aber da ich über recht gute Kontakte verfüge, werden diese Köder auf alle Fälle Bestandteil der Tackleboxen werden.
    Denn ich rechen auch mit guten Chancen für sie in anderen Gewässern.
    Mir fallen da schon welche ein...nämlich der...und dort..und da...und..und ..und

    Schöne Woche noch
    Willi

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